Im Jugend- und Nachbarschaftszentrum (JNZ) Rötenberg werden regelmäßig Präventionsveranstaltungen für verschiedene Zielgruppen organisiert. Dort beschäftigen sich Sozialarbeiter in Zusammenarbeit mit Pädagogen und Selbstverteidigungstrainern mit Themen die speziell für Kinder und Jugendliche interessant sind. Dabei gibt es Veranstaltungen nur für Mädchen und Jungen, aber auch gemischte Gruppen, in denen Probleme aus dem Alltag vieler Jugendlicher thematisiert werden. Dazu zählen etwa Mobbing in der Schule, der Freizeit oder auch im Internet und Selbstverteidigung für Mädchen und Jungen. Ziel der Treffen ist es, das Selbstbewusstsein der jungen Menschen zu stärken und ihnen Perspektiven für einen gewaltfreien und reflektierten Umgang miteinander zu schaffen.

Selbstverteidigung für Mädchen

Im JNZ können Mädchen und junge Frauen in Selbstverteidigungskursen lernen, wie sie sich gegen sexuelle Übergriffe zur Wehr setzen können. Der Fokus liegt dabei vor allem darauf, das Selbstbewusstsein der Mädchen zu stärken und ihnen zu zeigen, dass sie selbst über ihren Körper bestimmen dürfen und dass es in Ordnung ist, „nein“ zu sagen.

Selbstverteidigung für Jungen

Selbstverteidigung ist nicht nur ein Thema für Mädchen und junge Frauen. Gerade Jungen erfahren in ihrer Sozialisation häufig körperliche Gewalt und lernen seltener alternative Lösungsansätze für Konflikte kennen. In dem Seminar mit dem Selbstbehauptungstrainer Sascha Vetter konnten die 11 bis 14-jährigen Jungen zum einen lernen, dass es beim Kämpfen auch um Werte wie Respekt und Fairness geht. Zum anderen sollten sie Möglichkeiten für gewaltfreie Konfliktlösungen kennenlernen.

Gefahren im Internet und Cyber-Mobbing

Heidrun Zürger vom JNZ hat zusammen mit der Anwältin Lisa Haußmann und dem Verein G-Recht einen Workshop veranstaltet, der Jugendliche für Risiken und Gefahren im Internet sensibilisiert. Dabei ging es vor allem um Themen wie Bekanntschaften in sozialen Netzwerken wie Facebook und Co., aber auch um datenschutzrechtliche Bestimmungen – etwa beim Downloaden von Musik oder auch beim Teilen von Bildern sowie Filmen im Internet. Eine konkrete Hilfestellung haben die Jugendlichen während des Workshops auch an die Hand bekommen. Gabi Uhl von G-Recht vermittelt unter der Telefonnummer (07321) 3056413 gern ehrenamtlich tätige Rechtsanwälte, die bei Fragen oder Problemen den jungen Leuten mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Im Rahmen der Theateraufführung von dem Stück HEXEN@JAGD.DE wurde das Thema Mobbing und Gewalt im Internet zur Sprache gebracht. Zu der Aufführung im JNZ wurden nicht nur Kinder und Jugendliche eingeladen, sondern auch Eltern und andere interessierte Erwachsene. Die beiden Schauspielerinnen Ronja Wiefel und Sarah Gros behandeln in dem Stück einen Fall von Cyber-Mobbing und die Auswirkungen auf das Leben des Opfers Nicki.

Im Anschluss an die Veranstaltung wurde rege mit allen Anwesenden diskutiert. Die Eltern sind oftmals zum ersten Mal mit ihren Kindern in Dialog getreten, um mit ihnen über ähnliche Erfahrungen zu sprechen. Das JNZ bietet für alle Interessierten einen Internetführerschein an, um Gefahren zu erkennen und im Ernstfall richtig reagieren zu können.

Fragen stellen und Fairness lernen

Das JNZ bietet immer wieder Treffen mit unterschiedlichen Personen an, welche den Kindern neue Einblicke in Berufe ermöglichen und ihre Perspektiven jenseits der bekannten Betreuer im Jugendzentrum erweitern. Otto Brenner von der Polizei Aalen hat den Teenies beispielsweise viele Fragen über Voraussetzungen für den Polizeiberuf erklärt und aus seinem beruflichen Alltag berichtet.

Ähnlich gebannt haben die Jugendlichen dem VIP-Leibwächter Michael Stahl zugehört. Als Selbstverteidigungslehrer und bekannter Gewaltpräventionsberater aus dem TV konnte er den jungen Zuhörern viel über Erfahrungen mit Gewalt erzählen und gleichzeitig Lösungsvorschläge anbieten. Gerade Jungen und junge Männer wurden wohl durch seine Botschaften erreicht. Aussagen wie „Lerne anderen Menschen zu helfen, dann wirst du ein richtiger Mann“ oder „in jedem Menschen, der sehr böse ist zu Anderen, steckt was Hammergutes“ haben lebhafte Diskussionen zu Männlichkeitsidealen, Freundschaft, Vertrauen und auch dem Begriff der Ehre ausgelöst.

Aufklären im Gespräch: Männlichkeitsideale gesund umsetzen

Aufklärung hat viele Facetten. Für viele heranwachsende Männer im Rötenberg ist es beispielsweise sehr wichtig, mehr über ihren Körper und den Aufbau von Muskeln zu erfahren. Werte wie Stolz und Stärke spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Jungs konnten den Arzt und Triathleten Dr. Klaus Riede im vertrauten Umfeld des JNZs Löcher in den Bauch fragen. Riede hat seinen interessierten Zuhörern gezeigt, wie sie gesund und ohne Eiweißpräparate Muskeln aufbauen können.

Selbstbewusstsein mit Spielen lernen

Prävention im Jugend- und Nachbarschaftszentrum Rötenberg funktioniert zwar vor allem über themenspezifische Seminare. Doch auch die regelmäßige Teilnahme an Spielewettbewerben vermittelt den Kindern wichtige Botschaften wie Fairness, Regeln, Erfolgserlebnisse und vor allem Spaß. Neben Brett- und Kartenspielwettbewerben gibt es auch große Playstation Turniere – für jeden ist da etwas Passendes dabei.