Das Stadtoval Aalen stellt sicherlich eines der wichtigsten Projekte zur Stadtentwicklung dar. Schon seit Januar 2013 laufen die Abbrucharbeiten. Zumindest die sogenannte Entsiegelung kommt gut voran. So sind die Arbeiten im ersten Bauabschnitt bereits beendet, nun im Oktober sollen sie auch in den übrigen drei Abschnitten abgeschlossen werden.

Wo Raum für bis zu 250 Wohneinheiten entstehen soll, müssen zunächst erst „Altlasten“ entfernt werden. Genau dies passiert seit vielen Monaten auf dem Stadtoval Aalen. Dazu muss nicht nur die Oberfläche auf dem Gelände abgetragen, sondern auch das Areal anschließend auf Metallteile untersucht werden. Dies ist besonders wichtig, denn Aalen war im Zweiten Weltkrieg Ziel von Sprengbomben. Eine genaue Untersuchung auf Blindgänger ist daher von großer Bedeutung, auch wenn kaum damit gerechnet wird, auf nicht explodierte Bomben zu stoßen.

Gesamtkosten für aktuelle Entsiegelung von fast 2 Millionen Euro

Die Entsiegelung ist ein besonders aufwendiger Schritt im Zuge der Neuverwendung des Geländes. Denn der unterirdische Rückbau schließt auch die alten Bahnanlagen aus dem 19. und 20. Jahrhundert mit ein, sodass die Bauarbeiter immer wieder alte Leitungen und Fundamente entdecken. Insgesamt rechnet die Stadt mit 30.000 Kubikmetern Abbruch- und Auffüllmasse, die Kosten für die Entsiegelung wurden auf 680.000 Euro gesetzt. Zusammen mit den Kosten für Deponiegebühren und Ingenieurleistungen belaufen sich die Gesamtkosten auf 1,8 Millionen Euro.

Aalen im Wandel

Mit dem Stadtoval Aalen direkt neben dem Bahnhof und in unmittelbarer Nähe der Alt-und Innenstadt entsteht nicht nur neuer Wohnraum, sondern auch eine sogenannte „Innovationsschiene“ für Forschung. Das Gebiet ist dabei eines mit Geschichte. Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Areal für die Eisenbahn genutzt, 1866 etwa belegt durch die Gründung von Eisenbahnreparaturwerkstätten auf dem Stadtoval. Durch die aktuellen Bauarbeiten soll die identitätsstiftende historische Bausubstanz erhalten bleiben. Bis diese abgeschlossen sind, wird es jedoch noch einige Zeit dauern. Das Projekt ist auf 10 bis 20 Jahre angesetzt.